Projekt "Selbst-bestimmt inklusiv(e)"

Gruppenangebot und Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten und chronischen Erkrankungen

Sonntags-Frühstücksbrunch

Erwachsene treffen sich alle 8 Wochen im BZSL zu einem gemütlichen Sonntags-Frühstücksbrunch um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Was erlebe ich als Mensch mit Beeinträchtigung in unserer Gesellschaft?

Thematischer Sonntagsbrunch

Thema: „Behinderung und Umwelt“

Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten und Sichtweisen. Jeder Mensch hat bestimmte Bedürfnisse und seinen eigenen Wirkungskreis. Jeder Mensch würde hinsichtlich des Klimaschutzes die Frage: Was kann ich tun, was können wir tun?    anders beantworten.

Die schier überwältigenden Herausforderungen, um unseren Planeten zu erhalten, brauchen: Vielfalt und Inklusion. Um die Natur und ihre Vielfalt zu erhalten, ist ein größtmöglicher Pool an Fähigkeiten und Sichtweisen notwendig. Vielleicht können wir mit dazu beitragen, die Erfahrungen und Bedürfnisse der Lebenswelten von Menschen mit Behinderung, bei dem gemeinsamen Bemühen aller unsere Umwelt zu schützen, mitzudenken.

Die konkreten Termine werden auf der Website bekannt gegeben. Der Sonntagsbrunch ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten. (Kontaktdaten s.u.).

Leider können die Treffen zur Zeit wegen der Corona-Krise nicht stattfinden.

Fotoausstellungen

Im Jahr 2018 traf sich eine Gruppe von Erwachsenen mit Behinderungen in den Räumlichkeiten des Berliner Zentrum für Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen e.V. Sie haben vor ca. 20 Jahren dieselbe inklusive Schule besucht und nutzten nun die Möglichkeit sich zu treffen, um sich über Ihr Erleben und ihre bisherigen Erfahrungen auszutauschen.

Menschen mit sichtbaren Behinderungen fallen auch heute noch jedes Mal auf, wenn sie sich in die Öffentlichkeit begeben. Bei vielen Menschen löst ihr Anblick eine seltsame Mischung aus Mitleid, Neugier und Erstaunen aus, als hätten sie noch nie zuvor solch sonderbare Geschöpfe gesehen. Seltener - aber nicht weniger einprägsam - begegnet man ihnen mit Argwohn und Misstrauen, fast so als seien ihre Beeinträchtigungen ansteckende Krankheiten. Für die Menschen mit Behinderungen selbst ist es ihrerseits unangenehm, den starrenden Blicken fremder Leute ausgesetzt zu sein, sobald sie das Haus verlassen. Wie Prominente ziehen sie die Aufmerksamkeit magnetisch an. Es scheint fast so, als seien sie von einem anderen Planeten und nur kurz zu Besuch in unserer kleinen blauen Welt. Dabei gehören wir doch alle zur selben Spezies und es wird Zeit, dass diese Tatsache noch etwas mehr in der Öffentlichkeit ankommt.

Sven Kocar, ebenfalls ein „Ehemaliger“ der inklusiven Schule, arbeitet seit einigen Jahren als Fußfotograf und so entstand die Idee eines gemeinsamen Fotoprojektes. Einige aus der Gruppe haben sich bereiterklärt, sich von ihm in ihrem Alltag fotografisch begleiten zu lassen.

Dazu Sven Kocar: Wir möchte weder tadeln, noch den Zeigefinger erheben. Ich - der Fotograf dieses Projekts - verstehe den zutiefst menschlichen Drang hinzusehen, wenn etwas nicht Alltägliches geschieht. Auch ich, der ich selbst eine körperliche Beeinträchtigung habe, verspüre ihn dann und wann. Dieser Drang ist tief in uns verwurzelt, geht er doch auf die Anfänge des Menschseins zurück. Nur habe ich auf Grund meiner Erfahrungen mit meiner eigenen Behinderung und den Beeinträchtigungen anderer Menschen gelernt, damit umzugehen und den Drang zu regulieren. Es wäre schön, wenn das Thema Behinderung noch etwas mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken würde. Dazu möchten wir mit unserem Fotoprojekt einen Teil beitragen.

Wann erlangt das Außergewöhnliche noch mehr gesellschaftliche Akzeptanz? Zum Beispiel, wenn es einem immer wieder begegnet. Darum habe ich Menschen mit Behinderungen in ihrem Alltag fotografiert, um die darin enthaltene “Normalität“ zu zeigen. Dabei ist es mir wichtig, die Behinderungen weder weg zu retuschieren, noch hervorzuheben. Diese Leute sind keine Held*innen des Alltags. Jeder Mensch hat seinen eigenen Rucksack zu tragen - Behinderung hin oder her. Niemand kann jemals ermessen, wie schwer oder leicht sich der Rucksack eines anderen anfühlt. Deswegen möchte ich die körperlichen Beeinträchtigungen nicht allzu sehr in den Fokus rücken. Ebenso wenig mag ich diese verleugnen. Die körperlichen Behinderungen machen nur einen Teil der Persönlichkeit und nicht das Wesen der Menschen aus. Denselben Stellenwert sollen sie auch auf meinen Fotos einnehmen.

Vordergründig tauchen innerhalb des Projekts folgende Themen auf: Zuhause und Haushalt, Arbeit - soweit vom Arbeitgeber genehmigt, Freizeit sowie Partnerschaft und Familie. Ich möchte versuchen, das Alltägliche im Leben von Menschen mit Behinderungen zu zeigen. Daraus ergibt sich ein spannender Kontrast. Denn die eher ungewöhnliche Art und Weise wie ich fotografiere, ist so gar nicht alltäglich. Auf Grund meiner oben erwähnten körperlichen Beeinträchtigungen vermag ich meine Kamera ausschließlich mit den Füßen zu “händeln“. Dadurch entstehen zumeist nicht alltägliche Perspektiven. Meine Fotos werden häufig von unten nach oben oder auf gleicher Augenhöhe mit dem Motiv abgelichtet. Das Zusammenspiel von Gewohntem und Ungewohntem bildet dabei den roten Faden dieses Kunstprojekts.

2020 organisiert das BZSL e.V. u.a. in Zusammenarbeit mit Stadtteilzentren in und außerhalb des Bezirks Pankow die Ergebnisse der Foto Peer Group in Ausstellungen. Bereits 2019 wurden die Bilder erfolgreich im Jugendamt Pankow präsentiert.

Am 4. März 2020 fand eine weitere Ausstellungseröffnung im Stadtteilzentrum Familiengarten statt. Bei den jeweiligen Veranstaltungen waren einige Protagonist*innen vor Ort und kamen mit den anwesenden Besucher*innen ins Gespräch.

Leider musste der Familiengarten seinen Publikumsverkehr wenige Tage später auf Grund der Corona-Krise einstellen. Nach Wiedereröffnung wird die Ausstellung jedoch wieder zu besichtigen sein.

Neben Stadtteilzentren sind wir auf der Suche nach weiteren Ausstellungsmöglichkeiten.

Informationsveranstaltungen im BZSL

Hierfür werden erfahrene und kompetente Referenten eingeladen. Das Thema der ersten Informationsveranstaltung lautet „Selbst-bestimmt für Vielfalt und Inklusion“. Nicht nur das BZSL selbst will mit gutem Beispiel vorangehen und alle Vereinsbereiche auf Nachhaltigkeit prüfen und optimieren. Anknüpfend an die Möglichkeiten des Peer Counseling und Peer Support sollen interessierte behinderte Menschen kompetent und „ermächtigend“ (Empowerment) beraten werden, um auch beim Klimaschutz selbstbestimmt und selbstverantwortlich handeln zu können.

Es geht darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie gerade sind. Der Klimawandel und seine Ursachen sind so komplex und beängstigend, das wirksames Handeln fast unmöglich scheint. Wir wollen mit Menschen, ob behindert oder nicht, gemeinsam  nach Lösungen suchen und sie ermächtigen ihre eigenen besonderen Fähigkeiten und Sichtweisen für den Klimaschutz einzusetzen. Nachhaltigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für Inklusion und bietet gleichzeitig die Gelegenheit einen gesellschaftlichen Wandel herbei zu führen, der nicht nur für den Erhalt unseres Planeten und seiner Vielfalt gut ist, sondern auch für uns Menschen.

Für die zweite Veranstaltung soll der Informationsbedarf der Sonntags-Frühstücksbrunch Treffen aufgegriffen und zur Grundlage des Themenschwerpunktes genommen werden.

Die konkreten Termine werden auf der Website bekannt gegeben.

Das Projekt „Selbst-bestimmt inklusiv(e)“ wird ausschließlich ehrenamtlich durchgeführt.

Ansprechpartnerin

Petra Ottmann (Teilprojektleitung, Ehrenamt)
petra.ottmann@bzsl.de

Sie erreichen mich telefonisch
mittwochs in der Zeit von 14.00 bis 16.30 Uhr

Tel.: 030/ 44 05 44 24
Fax: 030 – 44 05 44 26

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